Swingerclub Erlebnisbericht – Zum Rendezvous der Lüste ins Schloss Milkersdorf – Teil 2

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Mit einem leckeren Buffet und einer origastischen Begegnung mit dem Sybian sind wir erfolgreich in unseren Swingerclubabend gestartet. Nach einer kleinen Stärkung geht es dann weiter durchs Schloss. Schließlich gilt es noch den Wellnessbereich, die Nacktsuite und vieles mehr zu entdecken.

Wie wir in den Swingerclubabend gestartet sind, lest ihr hier in Teil 1 unseres Erlebnisberichts.

Runde 2 durchs barocke Lustschloss Milkersdorf

Vorbei an nackten Leibern, machten wir uns also wieder auf den Weg nach unten und stellten erfreut fest, dass das Buffet weiterhin geöffnet war und ständig neu bestückt wurde. Genau das richtige nach so einer Begegnung mit dem Sybian.

Frisch gestärkt tanzten wir zu DJ Hedos Technobeats. Schließlich sind wir auch zum Partymachen hergekommen.

So wieder in Schwung gekommen, wollten wir in Runde zwei starten. Doch wohin? Es zog uns wieder nach oben, wo wir erstmal durch die Räume streiften. Dabei hatten wir ein sehr skurriles Erlebnis. Stellt euch einen Raum mit fünf oder sechs Paaren vor, die entweder gerade Sex hatten, einen Magicwand benutzten oder sich anderweitig befriedigten.
Es müsste also eine gewisse Geräuschkulisse herrschen – sollte man meinen. Ganz im Gegenteil aber war überhaupt nichts zu hören. Kein klatschen von aufeinanderprallenden Leibern. Kein Stöhnen, entlockt von den tiefen Vibrationen eines Magic Wands. Wirklich nichts. Sehr gespenstig. Silence Sex.

Sekt und Sex im Wellnesskeller

Just erinnerte ich mich an die Wellnessoase im Keller und so beschlossen wir, uns ein wenig im Wellnessbereich im Kellergeschoss zu entspannen. Denn auch da hat das Schloss Milkersdorf einiges zu bieten. Über eine steile Treppe, geht es nach unten in die Backsteingewölbe, wo sich eine edle Entspannungsoase erstreckt. Links ist ein Duschbereich mit großen Regenwaldduschen, geradeaus eine kleine Saune und rechts ist ein Raum mit einem tollen Pool. Vor dem Beginn der Party noch wasserlos, war er inzwischen mit heißem, dampfenden Nass gefüllt.

Die Sauna wurde, glaube ich, überhaupt nicht genutzt – ist vielleicht auch etwas kontraproduktiv, da sie eher einschläfernd als anheizend wirkt.

Insgesamt ging es unten im Keller etwas ruhiger zu. Ein Mann stürzte sich vor dem Pool auf einer Matte gerade von hinten auf seine Frau, ansonsten war niemand da. Schnell entledigten wir uns also unserer Sachen und stiegen hinein ins heiße Nass. Kurz nach uns gesellte sich auch noch ein weiteres Pärchen hinzu. Der Pool bot uns sechs ausreichend Platz. Wir gönnten uns jeder erstmal ein Glas Prosecco aus der bereitstehenden, gekühlten Flasche und den dazugehörigen Plastesektgläsern.

 

Wellnessbereich Schloss Milkersdorf

 

Glasgläser waren grundsätzlich nur im Erdgeschoss erlaubt, überall sonst waren sie vernünftigerweise strengstens untersagt. Alternativ gab es deshalb Sektplastegläser, die fast wie Originale aussahen.

So langsam kamen wir dann auch wieder in Stimmung und kamen uns im Partnertausch zunehmend näher. Während nach einer kurzen Weile meine Frau und der männliche Part unserer Begleitung den Pool verließen, um sich ein wenig unter der Dusche zu vergnügen, blieb ich mit unserer Begleiterin noch ein wenig im warmen Wasser um dort unseren Spaß zu haben. Dabei durften wir beobachten, wie das andere Pärchen im Pool ebenfalls langsam vom Petting zu leidenschaftlichem Sex überging. Ein sehr schöner und anregender Anblick.

Inzwischen waren die anderen auch wieder zurückgekehrt und okkupierten die freigewordene Matte vor dem Pool. Zwei Männer kamen dazu, die sich langsam näherten, hier und da eine behutsame Berührung anbrachten bis hin zur Fußmassage während des Sex. Ansonsten hielten sie sich aber zurück. Den Abschluss fand unser Wellnessbesuch unter den wirklich sehr komfortablen Regenwaldduschen.

Duschen Schloss Milkersdorf

Der Duschbereich im Wellnessbereich. Links befinden sich die großen Regenwaldduschen.

Abgetrocknet und angezogen fanden wir anschließend wieder unseren Weg zurück ans Buffet. Dort wurde inzwischen neben den anderen leckeren Häppchen auch noch Kuchen aufgetischt, welcher abermals von uns zur Stärkung genutzt wurde.

Eine BDSM-Session und der Kampf gegen die Müdigkeit

Andreaskreuz Milkersdorf

Das Andreaskreuz, welches im Venus Power Resort stand und sich reger Nutzung erfreute.

Die Zeit war mittlerweile schon etwas fortgeschritten und nach einer weiteren Tanzsession auf der interessanten LED-Tanzfläche beschlossen wir gegen halb zwei, nochmal die obere Etage zu besuchen. Wir streiften ein wenig durch die Räume, um uns eine etwas ruhigere Ecke zu suchen. Und wir hatten Glück. In dem VePoRe bekam gerade die Dame aus dem Pool am Andreaskreuz ihren Hintern versohlt, was natürlich eine größere Zuschauerschaft angezogen hatte. Gleichzeitig hatte sich der Swingerclub auch schon merklich geleert, sodass die Nacktsuite durch gähnende Leere bestach. Also entledigten wir uns unserer Sachen – schon wieder – und machten es uns auf der großen Liegewiese bequem. Es ist sogar so gemütlich und ruhig, dass es etwas Mühe bedurfte, nicht gleich dem Schlaf anheim zu Fallen und sich nochmal in Stimmung zu bringen.

 

Liegewiese Nacktsuite

Eine der großen und gemütlichen Liegewiesen in der Nacktsuite

Glücklicherweise wurden wir dabei von einem anderen Paar tatkräftig unterstützt. Denn auf einmal strömten wieder Menschen in die Nacktsuite – die Session in dem anderen Raum war anscheinend vorbei. Allen voran das Paar vom Pool, welches sogleich eine Art gepolsterten Tisch, welcher vor unserer Liegefläche stand, bestieg. Nach ein wenig Lecken, Fingern und Blasen ging es dort gleich ordentlich zur Sache. Das hatte für uns einen doppelten Vorteil. Zum einen wirkte es ungemein animierend – zum anderen lenkten sie die Aufmerksamkeit der frauenlosen Männer, die sich um den Tisch geschart hatten, von uns ab.

Hier kam auch „endlich“ mal die richtige, befürchtete Swingerclubatmosphäre auf. Einzelherren, die versuchten irgendwo ihren Schwanz unterzubringen. Zumindest war das der erste Eindruck. Doch der täuschte. Es mag zwar etwas creepy erscheinen, wenn sich einige Männer scheinbar geifernd einem Paar beim Sex nähern, doch folgt das ganz klaren Regeln. Größtenteils hielten sie die ganze Zeit respektvoll Abstand. Annäherungsversuche wurden nur langsam und vorsichtig unternommen. Wenn sich mal einer traute die Frau zu berühren, wurde danach immer erst die Reaktion abgewartet. Und wenn mit einer höflichen Ablehnung reagiert wurde, wurde das akzeptiert. Klar, gibt es immer wieder mal einzelne Individuen, die penetrant und aufdringlich sind und sich nicht an die Regeln halten, doch die sind, zumindest an diesem Abend, eher die Ausnahme als die Regel.

Dass man im Swingerclub beim Sex beobachtet wird, gehört einfach dazu. Auch dass sich einem dabei Männer nähern, die gerne mitmachen wollen, gehört dazu. Auch dass nicht nur junge, super attraktive Menschen im Club sind – sondern dieser überwiegend von 40+ besucht wird, gehört dazu. Ganz davon abgesehen, dass die Attraktivität immer eine sehr subjektive Sache ist.
Wer damit nicht klar kommt, für den ist ein Swingerclub wahrscheinlich einfach nichts. Der sollte dann aber auch sagen „Sorry, nein danke, ist eben nichts für mich.“ Anstatt über alte und unattraktive Menschen herzuziehen, dass das doch eklig sei, wie das so oft bei dem Thema Swingerclub passiert.

Zumal alle die im Club sind das gleiche Ziel haben: Spaß. Und nur weil jemand nicht mehr im jugendlichen Alter ist und vielleicht auch nicht dem eigenen Körperideal entspricht, heißt dass noch lange nicht, dass sie auch schlechten Sex haben. Ganz im Gegenteil. Wir haben dort Paare jenseits der 50 gesehen, denen ich auf den ersten Blick sicher keinen Sprint zur Bahn mehr zugestanden hätte, die aber in Stellungen und einer Ausdauer gevögelt haben, die mir höchsten Respekt abnötigte.

Eingang zur Nacktsuit

Doch zurück zum Geschehen. Mit den Solo-Männern, welche das Paar auf dem Tisch umringten, konnte man am Ende schon ein wenig Mitleid haben. Während des Sex tat sich die Frau noch an dem ein oder anderen bereitstehenden Penis gütlich. Sobald sie allerdings fertig waren, verschwanden sie – die Ständer blieben stehen.

Sowieso konnten wir nicht besonders viel Wifesharing oder Cuckolding beobachten – was ja eigentlich das Motto der Party war. Die Paare blieben größtenteils unter sich und vergnügten sich miteinander. Nur hier und da sah man, wie sie sich zu Dritt oder zu Viert zusammenschlossen.

Nachdem wir selbst ungestört und angeheizt durch den Sex der anderen ebenfalls zum Ende gekommen waren, reichte es uns dann auch für den Abend. Müde und geschafft, aber auch glücklich und befriedigt, warteten wir auf einer Couch bei den Schließfächern auf das Taxi, das uns zurück zum Hotel bringen würde, damit wir uns endlich schlafen legen konnten.

Freies Vergnügen ohne gesellschaftlichen Zwang im Swingerclub

Als ich am nächsten morgen im weichen Bett des Hotelzimmers die Augen aufschlug, fühlt sich das ganze noch ziemlich surreal an. Habe ich wirklich letzte Nacht mit einer anderen Frau im Pool verkehrt, während ein anderes Paar direkt daneben Sex hatte und meine Frau vor dem Pool mit einem anderen Mann zu Gange war und sie dabei gleichzeitig von einem weiteren Mann die Füße massiert bekam? Ja, habe ich. Haben wir wirklich Sex in der Nacktsuite gehabt, während uns mehrere Männer beobachtet haben? Ja, haben wir. Hat es uns gestört? Nein, hat es nicht.

War es irgendwie verrückt? Von außen betrachtet war es das definitiv. In dem Moment aber, in dem es geschah, fühlte es sich wie das normalste der Welt an. Und ich glaube, das ist es auch, was einen Swingerclub ausmacht.

Im Raum „Swingerclub“ werden die gewachsenen gesellschaftlichen Normen im Bezug auf Sexualität aufgelöst. Auf einmal gibt es keine Beschränkungen mehr, welche die eigene Sexualität gerade im Beisein von anderen Menschen in ein enges Korsett zwängt und sie unterdrückt. Es ist auf einmal etwas ganz normales auf einer Couch zu sitzen und sich zu unterhalten, während es rechts und links andere Menschen wild treiben. Daran findet sich auf einmal nichts Anstößiges mehr. Es ist auch ganz normal, sich nur spärlich bekleidet oder gar nackt zu begegnen und eine ganz gewöhnliche Konversation zu beginnen.

Jeder kann im Swingerclub vollkommen frei und ungehemmt seiner eigenen Sexualität frönen und sie mit anderen teilen. Immer vorausgesetzt natürlich, dass die allgemeinen Regeln von zwischenmenschlicher Interaktion eingehalten werden und keine anderen Menschen durch die eigene Sexualität verletzt, bedrängt oder genötigt werden. Ich habe den Swingerclub als eine Art Zwischenwelt kennengelernt, die an die „Brave New World“ erinnert. Alles kann, nichts muss.

Alles in allem war es ein toller Besuch zum „Rendezvous der Lüste.“ Von der Location über den Service bis hin zum DJ hat einfach alles gestimmt.

Dennoch werden wir wohl nicht zu regelmäßigen Swingerclubgängern werden und von einer Party zur nächsten springen. Dafür ziehen wir einfach nicht genug Lust aus dem „sehen und gesehen werden“, was nunmal einen großen Reiz des Swingercluberlebnisses ausmacht. Teilen lässt es sich auch zu Hause ganz gut.

Aber, allein der Location wegen und den Möglichkeiten, die sie bietet, wird das sicher nicht unser letzter Besuch auf dem Schloss Milkersdorf gewesen sein.

 


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Autorenprofil

Sascha

Sascha ist für das Redaktionelle bei Erosa zuständig. Vater zweier Kinder, verheiratet in einer offenen Ehe, geboren, aufgewachsen und wohnend in Dresden. Er hat schon immer ein brennedes Interesse an allem, was mit Erotik, Sexualität und Beziehung zu tun hat. Sein besonderes Steckenpferd sind Sextoys. Er arbeitet freiberuflich als Texter. Sein Angebot findest du hier auf Erosa unter "Wir".

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