Rotating Friend – Der Magic Wand für Männer

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Magic Wands gibt es inzwischen in allen Formen, Farben und Größen. Per Stromkabel und über Akku betrieben. Doch was wirklich Neues gab es lange nicht. Der Rotating Friend ist da etwas anders – er vibiert nicht nur, sondern dreht sich auch. Und das lässt nicht nur Frauenherzen höher schlagen.


Der Magic Wand gilt nachwievor als der König unter den Sexspielzeugen. Spätestens seit dem Exportstop des originalen Hitachi Magic Wand nach Europa, hat der europäische Markt zahlreiche Neuentwicklungen hervorgebracht. Der Europe Wand ist dabei wohl derjenige, welcher dem Original am nähesten kommt. Mit dem iWand und dem Magic Wand 2.0 habe ich euch an dieser Stelle bereits zwei weitere Wand-Vibratoren vorgestellt.
Grundsätzlich funktionieren diese Wunderstäbe vom Prinzip her alle gleich. Egal ob akkubetrieben oder per Kabel in die Steckdose gestöpselt. Im Griffstück befindet sich ein starker Motor, welcher den Massagekopf über eine flexible Welle in Vibration versetzt. Innovation zeigte bisher nur Lelo mit einem Smart Wand, der anfängt zu vibrieren, sobald er Hautkontakt „spürt“ und umso stärker vibriert je höher er aufgedrückt wird. Einen ebenfalls weiterführenden Ansatz bietet der Electro Impulse Massager, welcher den Vibrationen auf Wunsch kleine Elektroimpulse hinzufügt, die für extra Lust sorgen sollen.

Für ein ganz neues Erlebnis soll der Rotating Friend sorgen. Denn, wie der Name schon sagt, kann der Kopf von diesem Massagestab nicht nur vibrieren, sondern auch rotieren. Ob das nun was bringt, wird der Test zeigen. Zumindest ist es schon mal was Neues.

Schick verpackt mit Google-Translator

Geliefert wird das gute Stück in einer schicken Box, in welche der Vibrator eingebettet ist. Neben dem Rotating Friend ist noch ein Ladekabel sowie ein Satin-Beutel zur Aufbewahrung enthalten. Die deutsche Aufschrift auf der Verpackung ist unverkennbar mit Hilfe des Google-Translators oder einem noch weniger funktionalen Übersetzer entstanden. Und auch die Anleitung offenbart sowohl im Ausdruck als auch grammatikalisch einige Schwächen. Auch in der englischen Beschreibung auf der Verpackung finden sich Sätze wie: „frequently youhappy realm into the lightning dumb!“ Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung was das bedeuten soll, aber es klingt schon etwas seltsam. Aber was will man auch bei einem Produkt erwarten, was aus China kommt. Und es kommt schließlich auf den Vibrator an. Ansonsten ist die Verpackung ziemlich ordentlich und besser als erwartet.

Vom magnetischen Ladekabel bis zum sich drehende Massagekopf

Der Vibrator an sich macht erst mal einen ganz vernünftigen Eindruck. Als Material wurde wie schon beim iWand glattes medizinisches Silikon verwendet. Die goldenen Teile sind aus Plaste. Insgesamt ist der Massagestab 25 Zentimeter lang, nicht allzu schwer und liegt durch eine Biegung am unteren Ende des Griffes gut in der Hand. Diese Biegung verhindert auch, dass der Vibrator bei der Benutzung allzu leicht aus der Hand rutscht, ohne dass er krampfhaft festgehalten werden muss. Natürlich gibt es auch für diesen Wand Aufsätze. Zum Test haben wir für die Frau den Bieber und das Häschen, für den Mann einen Aufsatz, der dem Bienenkorb ähnelt. Bonuspunkt bekommt der Magic Wand für die Wasserfestigkeit – er kann problemlos in der Badewanne genutzt werden und ist dadurch auch gut zu reinigen.

Betrieben wird der rotierende Massagestab mit einem Akku. Geladen wird dieser per Kabel, was mit einem Magnet am unteren Ende befestigt wird. Das ist eine Lademethode, die ich bisher so noch nicht gesehen habe und sie wirkt auch nicht besonders vertrauenserweckend. Man hat ständig Angst, ob das Kabel denn wirklich hält oder gleich wieder abfällt. Über Kurz oder Lang hat es den Vibrator dann aber doch aufgeladen, einen Minuspunkt bekommt er dafür von mir trotzdem.

Die Bedienung funktioniert über vier Taster, welche am Griff angebracht sind. Die unteren drei sind für die normalen Vibrationsfunktionen. Mit dem mittleren Knopf schaltet man das Gerät ein. Achtung, man muss den Knopf wirklich lange gedrückt halten, bis die Tasten anfangen rot zu leuchten, sonst wundert man sich, wie ich, warum das Ding einfach nicht angehen will. Mit der oberen und der unteren Taste werden die Vibrationsstufen geregelt. Drei Stufen gibt es – wenn die höchste erreicht ist wird bei weiterem Drücken durch die verschiedenen Vibrationsrhythmen geschaltet, welcher jeder für sich auch nochmal unterschiedlich stark vibrieren kann. Es ist also für jede und jeden etwas dabei. Soweit so gut – aber bis hierher leistet der Rotating Friend auch noch nichts, was nicht jeder andere Wand-Vibrator zu leisten vermag.

Die wirkliche Innovationsträchtigkeit des Vibratos offenbart sich erst, wenn der oberste Knopf betätigt wird. Dieser aktiviert nämlich die Rotationsfunktion. Einmal drücken – der Kopf rotiert nach links. Zwei weitere Male drücken, der Kopf erhöht seine Drehgeschwindigkeit. Beim vierten Drücken wechselt er die Drehrichtung und ab dem siebten Mal kann auch hier durch verschiedene Programme geschaltet werden. Mal Drehen mit Pause und mal abwechselnd in jede Richtung. Die Rotation ist natürlich kombiniert Nutzbar mit der Vibration für ein besonders intensives Erlebnis.
Das Rotieren des Massagekopfes hat natürlich eine gewisse Lautstärke, übertrifft zwar nicht das, was wir ohnehin an Geräuschkulisse von den Magic Wands gewöhnt sind, könnte jedoch auf Dauer etwas nervig werden.

Der Praxistest – Für die Frau so lala für den Mann ohlala

Also vibrieren kann er, der Rotating Friend. Und da macht er den Job gut, wie auch die meisten anderen Wands, sticht jetzt aber weder von Vibrationsstärke noch Vibrationsart wesentlich hervor. Was ihn jedoch aus der Masse herausheben soll, ist die Rotation. Daher stellt sich natürlich zu allererst die Frage: Bringt die Rotation überhaupt etwas? Die Antwort ist: Für die Frau bringt sie so ziemlich genau nichts. Jede Frau, die ich bat, die Rotationsfunktion mal auszuprobieren, konnte absolut nichts damit anfangen. Egal ob mit oder ohne den Aufsätzen. Wobei nebenbei bemerkt, die Aufsätze mit der Rotation zusammen nicht wirklich nutzbar sind.
Also doch einfach ein weiterer Magic Wand, der zwar einen rotierenden Massagekopf hat, der aber keinerlei Mehrwert mit sich bringt? Weit gefehlt. Denn wie bereits berichtet, eignen sich die Magic Wands auch hervorragend als Sexspielzeuge für Männer. Und nur weil die neue Funktion der Frau nichts bringt, kann sie doch beim Mann wunder bewirken. 
Zwar bringt es noch nichts, wenn Mann sich den eingeschalteten Vibrator direkt an den Schwanz hält. Zumindest nicht mehr als bei all den anderen Magic Wands. Setzt man jedoch den Aufsatz LG-530 auf den Massagekopf auf und stülpt ihn über den Schwanz – Holy Shit. Das ist wie der heilige Gral der Sexspielzeuge für Männer.
Das Ding besteht aus TPE Kunststoff, ist weich und dehnbar. Innen ist es mit zahlreichen Noppen ausgestattet. Einmal übergestülpt, saugt es sich mit Unterdruck am besten Stück geradezu fest. Es empfiehlt sich, etwas Gleitgel (bevorzugt Wasserbasierend um das Material nicht anzugreifen) oder zumindest etwas Spucke zu verwenden. Schaltet man die Vibration ein, ist das schon ein verdammt geiles Gefühl, welches einen problemlos zum Orgasmus bringen kann. Schon allein dafür lohnt es sich in den Rotating Friend zu investieren. Schaltet man dann auch noch die Rotation dazu, wird es noch ungleich besser. Das Gefühl ist zunächst zwar etwas ungewohnt und kann am Anfang auch recht schnell zu viel werden und zur Überreizung führen, doch hat man sich erstmal dran gewöhnt, offenbart sich ein ganz neues Lusterlebnis. Es macht dann richtig Spaß mit den Vibrations- und Rotationsvarianten zu experimentieren.
Ist man schließlich zu einem lebenswelterschütternden Orgasmus gekommen, gestaltet sich die Nachbereitung auch überraschend einfach. Den Aufsatz einfach abziehen, zum Waschbecken gehen, dort umstülpen, mit Wasser abspülen und zum Trocknen in den Geschirrkorb stellen. Bonus: über die verwunderten Blicke von Besuch und Freundin freuen. Einziges Manko daran ist, dass der Aufsatz zwar zunächst schön glasig durchsichtig ist, doch nach dem ersten Abspülen sich bereits stark eingetrübt hat. Das spricht vielleicht nicht besonders für das Material, das sich aber ansonsten gut anfühlt und geruchsneutral ist.

Fazit

Unser rotierender Freund ist rein von Verarbeitung und Optik her, ein solider Magic Wand. Er kann zwar nicht mit Marken wie Lelo mithalten, macht aber auf jeden Fall einen guten Eindruck und kostet auch entsprechend weniger. Auch über die Übersetzungsprobleme sowie das merkwürdige Ladekabel kann man getrost hinwegschauen, solange sie noch ihre Funktion erfüllen. Dafür bietet der Massagestab mit einer recht ordentlichen Vibrationsleistung und Extras wie den rotierenden Kopf sowie die Verwendbarkeit unter Wasser, ein ordentliches Gesamtpaket.
Frauen, die überlegen sich einen ersten Wand-Massagestab zuzulegen, könnten sich ohne Bedenken den Rotating Friend kaufen. Sie könnten aber auch Geld sparen und einfach zu einem billigeren Modell wie den iWand greifen. Besteht bereits eine Magic Wand Sammlung, bietet der Rotating Friend keinen sonderlichen Mehrwert gegenüber den anderen und es kann getrost auf ihn verzichtet werden.
Für Männer aber kann ich den Rotating Friend in Kombination mit dem LG-530 Aufsatz nur wärmstens empfehlen. Da lohnt es sich auf jeden Fall die rund 100 Euro auszugeben, um bei den Solosessions etwas Abwechslung zur Hand zu haben.

Vielen Dank an www.marielove.de, die uns den Rotating Friend zur Verfügung gestellt haben.


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Autorenprofil

Sascha

Sascha ist für das Redaktionelle bei Erosa zuständig. Vater zweier Kinder, verheiratet in einer offenen Ehe, geboren, aufgewachsen und wohnend in Dresden. Er hat schon immer ein brennedes Interesse an allem, was mit Erotik, Sexualität und Beziehung zu tun hat. Sein besonderes Steckenpferd sind Sextoys. Er arbeitet freiberuflich als Texter. Sein Angebot findest du hier auf Erosa unter "Wir".

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