Laviu – Mit Hightech zum lautlosen Sexspielzeug

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Was haben alle elektrifizierten Sexspielzeuge gemeinsam? Genau, sie machen Krach und das oftmals nicht zu wenig. Das kleine Startup Laviu hat dafür eine Lösung gefunden. Ich habe sie besucht und stelle euch heute Laviu und den weltweit ersten lautlosen Vibrator vor.

Nun, es ist ja gar nicht lange her, da habe ich von meinem Besuch auf der Erofame berichtet mit dem Fazit: Schöne Messe, schöne Spielzeuge aber bis auf das Fortschreiten der Virtual Reality keine wirklich neuen Innovationen auf dem Markt. Zuletzt hat es der Womanizer vor zwei Jahren geschafft, eine neue Technik zu entwickeln und den Sextoymarkt damit so richtig durcheinanderzuwirbeln. Tja, und nicht weniger hat auch Laviu vor.

Mit Hightech zur Sextoy-Revolution

Denn mit Hightech haben sie geschafft, was bisher noch keinem anderen Hersteller möglich war: Sie haben einen lautlosen Vibrator entwickelt.

Hinter Laviu, dass ein wenig wie die sächsische Verballhornung von dem englischen „I love you“ klingt, stecken Julia Ryssel und Martin Crillo-Schmidt. Eine junge Gründerin und ein junger Gründer – beide aus der Ingenieursbranche kommend, die sich auf einer Gründerbörse gesucht und gefunden haben. Er mit dem Anliegen neueste technische Erkenntnisse, zum Beispiel aus der Werkstofftechnik, in Produkte für Konsumenten zu überführen. Sie mit dem Wunsch ein Produkt von Frauen für Frauen zu schaffen. Beide vereint sie eine Sex-Positive Sicht auf die Welt. Was also liegt da näher, als ein Hightech-Sexpspielzeug zu entwickeln – von einer Frau für Frauen geschaffen, voll gepackt mit den neuesten Technologien.

Gesagt, getan. So dauerte es gar nicht lange und Laviu war gegründet und der Prototyp für den weltweit ersten lautlosen Vibrator lag auf dem Tisch.

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Das Gründerteam Julia Ryssel und Martin Crillo-Schmidt

Pulsation statt Vibration durch neue Werkstoffe

Wobei, streng genommen ist es kein Vibrator, sondern viel mehr ein Pulsator. Der Clou an der Sache ist nämlich, dass das Lovetoy von Laviu keinen Vibrationsmotor besitzt, sondern mit den neuesten Erkenntnissen aus der Werkstofftechnik arbeitet. Was genau drin steckt, wollten sie mir nicht verraten, aber man kann es sich ungefähr wie folgt vorstellen. Unter der Silikonhaut verbergen sich spezielle Werkstoffe mit ganz speziellen Eigenschaften. Wird nun Strom an die Werkstoffe angelegt, fangen sie an zu pulsieren und erzeugen damit die lustbringenden Wellen im Gerät. Silent-Touch-Technologie nennen sie das.

Mit dem Laviu one und dem Laviu rabbit hat Laviu bisher zwei klassische Vibrator-Formen im Angebot. Der one dürfte dabei mit der schön geschwungenen Form und der abgeflachten Spitze vor allem auf die Stimulation des G- bzw. A-Punktes abzielen, während der rabbit mit seinem zusätzlichen kleinen Hasenohr noch die Klitoris verwöhnen möchte.

Qualität made in Germany

Neben der innovativen Technik wird bei Laviu vor allem auch Wert auf Qualität gelegt. Deshalb werden die Pulsatoren komplett in Deutschland produziert und hergestellt. Somit steckt nicht nur Hightech drin, sondern auch die Außenhülle besteht aus hochwertigem medizinischen Silikon. Für den Gründer und Designer Martin Crillo-Schmidt ist es sowieso vollkommen unverständlich, warum es bisher noch keine Vorgaben und Richtwerte im Bereich der Sextoys gibt, was das Material angeht. „Denn“, sagt er, „es gibt eigentlich kaum ein weiteres Produkt, was der Mensch so nah an den Körper heran und in ihn hinein lässt.“ Und da haben Weichmacher und Co. einfach mal so gar nichts zu suchen. Deshalb stellt das Laviu-Team an sich selbst und an ihr Produkt auch ohne Auflagen höchste Qualitätsansprüche.

Mit Lautlosigkeit zurück zur Sinnlichkeit

Während zum Beispiel der Womanizer aggressiv mit seiner Orgasmusgarantie wirbt – die er auch durchaus erfüllt, schwebt dem Macher und der Macherin von Laviu etwas ganz anderes vor. Denn nicht der Orgasmus in 10 Sekunden ist das Ziel, sondern Laviu steht mehr dafür, „dass man sich sowohl alleine mit dem Toy als auch als Paar oder Gruppe ein bisschen mehr Zeit nimmt und ein bisschen mehr Sinnlichkeit und Genuss erfährt – deshalb ist es nicht so ein Ratter Ratter Ratter, sondern eine langsamere und natürlichere Bewegung“, erzählt mir Marketingleiterin Anne Friebel.

Mit der Lautlosigkeit könnten auch Hemmschwellen bei Menschen herabgesetzt werden, die sich bisher einem Sextoy verweigert haben. Denn während die Krachmacher durchaus als Störfaktor oder gar Eindringling in das eigene Schlafzimmer empfunden werden, ließe sich so ein lautloses Gerät viel unauffälliger und damit lustbringender in das eigene Liebesspiel integrieren.

Für Geschäftsführerin Julia Ryssel liegt ebenfalls vor allem das Sinnliche, das Weiche und Weibliche im Fokus. Das kommt nicht zuletzt daher, weil sie sich im männerdominierten Ingenieursberuf selbst immer wieder mit ihrer eigenen Weiblichkeit beschäftigen und sich der Frage stellen musste, was es bedeutet, eine Frau in diesem Bereich zu sein.
Auch auf den Hightech-Aspekt wird viel Wert gelegt, denn Mitgründer und Chefdesigner Crillo-Schmidt will mit Laviu Technik genussvoll für Menschen spür- und erfahrbar machen.

Übrigens sind in Zukunft auch noch Produkte für Männer geplant. Welche genau, wollten sie noch nicht sagen, sie haben aber schon jede Menge weitere Produktideen, denn sie sind überzeugt, dass mit den neuen Werkstoffen jede Menge neue Spielzeugvarianten realisiert werden könne. „Wir haben noch viel vor mit Laviu“, meint Martin Crillo-Schmidt.

 

Preisverdächtig gut – über Indigogo einen Pulsator vorbestellen

Nicht nur die Gründer von Laviu sind der Meinung, dass sie da ein tolles Produkt haben, sondern auch das Wirtschaftsministerium des Freistaates Sachsen. Denn bereits im Juni wurde Laviu im Futuresax Ideenwettbewerb für ihre Innovation ausgezeichnet. Der Preis wird jedes Jahr von Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr an besonders innovative GründerInnen und wachstumsorientierte UnternehmerInnen verliehen. Übrigens ein Umstand, welcher der sächsischen AfD sehr sauer aufstößt.

Auch über 250 UnterstützerInnen sind bisher von der Idee des lautlosen Pulsators überzeugt und haben ihr Exemplar über die Indigogo-Kampagne von Laviu bereits vorbestellt. Die Crowdfundingcampagne läuft noch bis Mitte Dezember und dient vor allem der Finanzierung der ersten Serienproduktion.

 

 


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Autorenprofil

Sascha

Sascha ist für das Redaktionelle bei Erosa zuständig. Vater zweier Kinder, verheiratet in einer offenen Ehe, geboren, aufgewachsen und wohnend in Dresden. Er hat schon immer ein brennedes Interesse an allem, was mit Erotik, Sexualität und Beziehung zu tun hat. Sein besonderes Steckenpferd sind Sextoys. Er arbeitet freiberuflich als Texter. Sein Angebot findest du hier auf Erosa unter "Wir".

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