Auch in diesem Herbst reiht sich in Berlin wieder ein Erotik-Event an das andere. Das ist eine gute Sache für alle, die extra dafür in die Hauptstadt reisen. Ich persönlich (als jetzt-wieder-Berlinerin) würde eine Verteilung der Veranstaltungen übers Jahr vorziehen. Bevor ich mich aber ins verruchte Vergnügen stürze, hier die Tipps für die erste Woche.
Beginn macht wie immer die (größte europäische) Erotikmesse Venus am Messegelände unterm Funkturm. Am Freitag gehts los, Fachbesucher dürfen schon am Donnerstag rein. Zu den Neuerungen in diesem Jahr gehört die Ladies Area, in die nur Frauen Einlass haben – und ein paar Stripper. Nur so, ohne störende Betrachter, könnten “sie ihrer Ekstase freien Lauf lassen” – so die Macher als Begründung ihrer Initiative. Dass vielen Frauen bei der Betrachtung von Männern allen Alters (!), die alles fotografieren/anfassen, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, die Lust vergeht, spielt vielleicht auch eine Rolle.
Freunde
des erotischen Films, die sich nicht mit den Massenproduktionen
abfinden wollen, die auf der Venus feilgeboten werden, können aber
aufatmen. Zum ersten Mal findet dieses Jahr und noch vor dem Porn Film
Festival (dazu mehr in der nächsten Woche) eine Würdigung von
Feministischen, fairen Porno statt. Mit “PorYes”
hat die Sexpertin Laura Méritt zusammen mit ihrem Netzwerk
“Freudenfluss” den 1. Feministschen Pornofilmpreis Europas ins Leben
gerufen, der als Gütesiegel und Orientierung für alle dient, die nach
frauen- und paarfreundlichen Alternativen zum Mainstream-Porno suchen.
Die Auster bekommen nur Produktionen verliehen, die sich “durch eine
sexpositive Darstellung der vielfältigen Ausdrucksweisen weiblicher
Lust auszeichnen”. Wichtig ist der Jury auch das maßgebliche Mitwirken
von Frauen an der Produktion – und zwar nicht nur vor der Kamera.
Für die Preisverleihung am Samstag, den 17. Oktober in den Hackeschen
Höfen, an der zahlreiche Filmemacherinnen (auch als Laudatorinnen)
teilnehmen, gibt es noch einige Karten.
Man kann aber auch nur zur anschließenden Party geben, die mit
Perfomances, Verleihung eines Publikumspreises und den schillernden
Gästern sicher eine scharfe Angelegenheit sein wird.
Tipp:
Wer für PorYes keine Karten mehr ergattern kann, und/oder trotz allem
mehr über die Pornoindustrie erfahren will, kann sich bereits am
Donnerstag beim Erotischen Salonkino im Moviemento die spannende Dokumentation “9 to 5, Days in Porn” anschauen.