Bettfesseln – der einfache Weg zur Bettfesselung

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Ihr habt ein Bett, an dem man partout kein Seil und keine Fesseln befestigen kann? Oder ihr habt keine Lust, euch erst mit ewiger Fesselei abzugeben, sondern wollt euren Partner oder Partnerin schnell und einfach fachgerecht fixieren? Dann sind Bettfesseln genau das richtige für euch.

Was genau sie sind und wie man sie benutzt, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Die Zeit ist rar geworden und langsam türmen sich schon die Spielzeuge auf meinem Schreibtisch und ich komme einfach nicht dazu, die nächsten Testberichte zu verfassen. Doch es muss jetzt langsam mal wieder etwas vorwärtsgehen, deshalb berichte ich euch heute am Praxisbeispiel ausführlich über das Thema Bettfesseln.

Als Testobjekt habe ich dafür vom BDSMstore das „Under the Bed Restraint Set“ aus der Easytoy Fetish Collection bekommen, welches wir in einem aufwendigen Testverfahren (auch Datenight genannt) intensiv getestet haben.

Was sind Bettfesseln überhaupt?

Der Einstieg in die Welt des Fesselns beginnt oft sehr sanft und spielerisch. Beim ersten Mal werden die Hände noch mit einem weichen Schal zusammengebunden. In der nächsten Stufe werden im BDSM-Shop des Vertrauens die ersten Plüschhandschellen bestellt, um das Gegenüber schnell und sicher ruhig stellen zu können.

Doch auch Handschellen kommen schnell an ihre Grenzen, vor allem wenn man irgendwann vor der Frage steht: Wie fessele ich mein Gegenüber möglichst sicher ans Bett?

Nicht immer gibt das Kopfteil des eigenen Bettes es her, dass man irgendwie die Handschellen daran befestigen kann. Ganz abgesehen davon, dass die Handgelenke, falls sie doch irgendwie mit den Handschellen fixiert werden können, ziemlich schnell, ziemlich wehtun werden. Trotz Plüsch sind die Metallbügel doch einfach unbequem. Hinzu kommt, dass so die Beine weiterhin volle Bewegungsfreiheit haben.

Shibari – Bettfesselung für Profis

Es könnte jetzt natürlich zu den Seilen gegriffen werden. Diese sind vielseitig einsetzbar und so bekommt man noch jeden an jedem Bett fixiert. Auch wenn die Seile dafür um die Beine des Bettes gewickelt werden müssen.

Aber, ich rate jedoch davon ab, sich einfach so spontan in das Bondageabenteuer mit Seilen zu stürzen, denn das bedarf doch zumindest eines Mindestmaßes an Grundkenntnissen, damit es zu keinen Verletzungen kommt. Außerdem sollte auch immer ein Arztschere bereitliegen, falls man die Knoten nicht wieder aufbekommt.

Bettfesseln – einfaches Bondage fürs Bett

Aber hey, zum Glück gibt es ja noch eine einfachere Methode, jemanden auf dem Bett wehrlos und bewegungsunfähig zu machen. Alles, was die geneigte Fesselliebhaberin oder auch der geneigte Fesselliebhaber dazu braucht sind Bettfesseln.

Diese bestehen in der Regel aus zwei Gurten, welche in der Mitte miteinander verbunden sind und unter die Bettmatratze gelegt werden. Im Optimalfall sind die Gurte der Bettfesseln auch noch verstellbar, sodass sie auf jede Matratzengröße angepasst werden können – egal ob es sich um eine 90×200 oder 180×200 Matratze handelt.

An den Enden der Gurte befinden sich je nach Machart Schlaufen, Leder- oder Metallösen, an welchen die Hand- und Fußfesseln befestigt werden. Das sind dann häufig (Kunst)Ledermanschetten, mit denen problemlos Hände und Füße fixiert werden können.

So kann jeder spielend leicht an das Bett gefesselt werden, ohne dass es dafür irgendwelche Fesselkenntnisse bedarf.

Wie werden Bettfesseln verwendet?

Als erstes werden die Gurte unter die Matratze gelegt und die Länge gegebenenfalls auf die Größe des Bettes angepasst. Die Gurte sollten so lang sein, dass die Enden geradeso unter der Matratze nach oben gezogen werden können. So ist ist sichergestellt, dass der oder die Unterworfene sich wirklich nicht mehr bewegen kann.

In die Ösen werden dann jeweils die Hand- und Fußfesseln eingehangen. Die oder der Liebste darf sich dann auf das Bett legen, und wird an Händen und Füßen ganz einfach fixiert, sodass keine Bewegungsfreiheit mehr gegeben ist. Diese Position wird übrigens „Spread Eagel“ genannt. Im Stehen kann das ganze auch an einem Andreaskreuz praktiziert werden.

Dadurch, dass die Gliedmaßen über Kreuz miteinander verbunden sind, besteht absolut null Bewegungsfreiheit. Ein großes Bett ist hier natürlich von Vorteil. Denn um so größer der Abstand der Fußfesseln voneinander ist, desto weiter werden die Beine gespreizt und es bieten sich durchaus erregende Einblicke.

Und das war es auch schon – ging doch ganz einfach, oder? Das Buffet ist eröffnet.

Bettfesseln im Test – das Under the Bed Restraint Set

Nachdem wir jetzt erstmal geklärt haben, was Bettfesseln überhaupt sind, widmen wir uns nun also unserem Produkt – dem Fesselset vom BDSM-Shop. Wir durften von denen ja bereits die verstellbare Spreizstange testen, welche uns sehr gut gefallen hat. Entsprechend hoch sind jetzt natürlich auch die Erwartungen an das Bettfesselset.

Die Verpackung

Die Verpackung ist von der Art und Aufmachung genau die gleiche, wie bei der Spreizstange. Außen herum eine Hülle, auf der ein Bild von dem Produkt sowie ein paar Infos drauf sind. Ist vom Design her okay, aber jetzt nichts Besonderes.

 

Die Verpackung des Under The Bed Restraint Set

Die Verpackung des Under The Bed Restraint Set

 

Die Kiste, in welcher sich die Betfesseln befinden, ist schlicht in mattem Schwarz gehalten mit eingravierten Easy Toy Schriftzug. Die Box lässt sich aufklappen, wo man von einer netten Dame und dem Schriftzug „Live your Fantasy“ empfangen wird. Darunter erwartet uns, auf Schaumstoff gebettet, das Objekt der Begierde: das Bettfesselset.

 

Gut verschnürt liegen die Gurte und Manschetten hier noch in der Verpackung.

Der Inhalt

Enthalten sind:

  • die Gurte mit jeweils einer maximalen Länge von 350 cm
  • zwei Handfesseln mit einem einstellbaren Durchmesser von 11 cm – 28 cm, mit Karabiner zur Befestigung
  • zwei Fußfesseln mit einem einstellbaren Durchmesser von 13 cm – 30 cm, mit Karabiner zur Befestigung

Das Material:

  • der Gurt besteht aus Nylon, die Schnallen zum Verstellen sowie die Ösen bestehen aus Metall
  • das Obermaterial der Manschetten besteht aus Kunstleder, innendrin sind sie mit Schaumstoff ausgekleidet, die Verschlüsse sind aus Metall

Der Gurt wirkt insgesamt gut verarbeitet und stabil, ebenso wie die Kunstleder Fesseln. Ich kann dort erstmal keine Fehler erkennen – sie sind sauber vernäht, die Verschlüsse funktionieren und wirken so, als ob sie angenehm zu tragen wären. Sicher, es sind jetzt nicht unbedingt die hochwertigsten Manschetten, aber ich denke, sie werden für die Bettfesselung ihren Dienst tuen. Es sind übrigens genau die gleichen, die auch schon bei der Spreizstange dabei waren.

 

Die Manschetten, die an die Gurte gemacht werden.

 

Wer etwas besseres will, muss dann schon tiefer in die Tasche greifen und sich welche aus echtem Leder mit weicher Polsterung holen. Aber für Gelegenheitsfessler reichen die Kunstledermanschetten vollkommen aus.

Individuell verstellbare Gurte

Der Gurt der Bettfesseln der Easy Toy Collection hat keine X-Form, sondern sieht ausgebreitet eher aus wie ein H. Es besteht aus drei Teilen – zwei langen Gurten und ein Verbindungsstück, welches mit einem der Gurte verbunden ist. Der andere Gurt muss dann einfach nur noch durch eine Schlaufe gefädelt werden. Jeder Gurt ist einzeln verstellbar und auf die richtige Länge anpassbar.

 

So sehen die Bettfesseln ausgebreitet aus. Die Gurte können noch weiter verlängert werden.

 

Die Bettfesseln im Praxiseinsatz

So, kommen wir also nun wieder zu dem spaßigen Teil des Berichts: der Praxiseinsatz.

Einfaches positionieren

Als erstes muss das Fesselset fürs Bett natürlich in Position gebracht werden. Wir haben zu Hause ein Hochbett mit zwei 90er Matratzen. Im ersten Schritt haben wir die Gurte auf den Matratzen ausgebreitet und die Länge entsprechend eingestellt.

Das funktioniert einfach und schnell. Die Bettfesseln reichen locker für unser Bett aus und es ist noch jede Meng Luft nach oben.

Als nächstes einfach die Matratze(n) hochklappen, Betfesseln auf dem Gitterrost ausbreiten und Matratze(n) wieder drauflegen. Anschließend an den Ecken einfach nur noch die Gurte nach oben ziehen und schon ist das Bondage Bett bereitet.

Es empfiehlt sich übrigens, vorher die Manschetten abzumachen. Dank des Karabiners geht das ganz fix und sie können anschließend auch schnell wieder drangeklipst werden.

 

So sieht das Ganze am Ende aus.

 

Wenn ihr die Gurte hochgezogen habt, nochmal feinjustieren, damit die Fesseln dann auch wirklich straff sitzen. Wenn gerade mal keine Fesselsession ansteht, können die Enden anschließend einfach wieder unter die Matratze geschoben werden. Das ist besonders hilfreich, wenn die Kinder mal mit ins elterliche Bett gekrabbelt kommen und ihr dann nicht Fragen beantworten müsst wie: „Papa, was ist das? Wofür ist das da?“

„Also, wenn die Mama mal wieder nicht auf den Papa gehört hat, dann …“

Als unsere große Tochter im zarten Alter von fünf Jahren mal unsere Bondageseile auf unserem Bett entdeckt hat, habe ich ihr tatsächlich gesagt, dass ich damit die Mama festbinde, wenn sie frech war. Hat sie mir aber nicht abgenommen und die Seile kurzerhand als Zaumzeug zum Pferdspielen umfunktioniert …

 

So sehen die positionierten Bettfesseln dann von unten aus.

 

Unsere erste Bettfessel-Session

Um ein „Fiasko“ wie das letzte Mal mit der Spreizstange zu vermeiden, mussten wir für den ersten Test erstmal den richtigen Zeitpunkt abpassen.

Also, Kinder für einen störungsfreien Abend bei den Großeltern verstaut und schon kann es losgehen. Erstmal haben wir für die richtige Stimmung gesorgt – ein Gläschen Wein, ein bisschen Kerzenschein – wenn schon mal Kinderfrei, dann machen wir doch gleich eine richtige Datenight draus.

Diesmal praktizierten wir Rollentausch und nicht Valentina, sondern ich war derjenige, der sich auf das Bett binden lies. In Vorbereitung hatte ich vorher schon die Gurte unter der Matratze vorgezogen und die Manschetten befestigt. Das geht zwar an sich schnell, trotzdem ist es supernervig, wenn man gerade voll in Stimmung ist, dann aber stoppen muss, um irgendwo noch was rumzufriemeln.

Schnell und sicher fixiert

So ging alles wirklich recht fix. Meine Frau musste zwar an den Beinen die Länge nochmal nachjustieren, es dauert aber trotzdem nicht lange, mich ordentlich am Bett festzuschnüren. Bei den Manschetten sollte man allerdings darauf achten, dass man wirklich oben die Manschetten für die Hände befestigt und unten die für die Beine, sonst könnte es an den Beinen etwas eng werden.

Die Fesseln fühlen sich auch ganz angenehm an. Weder kratzten sie noch waren sie anderweitig unangenehm. Es fühlte sich so an, als würde es sich darin eine Weile aushalten lassen.

Und natürlich das Wichtigste – tatsächlich konnte ich mich kaum noch bewegen. Ich konnte zwar sowohl Arme als auch Beine leicht anheben, aber viel Spielraum hatte ich nicht. Dabei sollte man die Fesseln jedoch jeweils seitlich der Matratze positionieren. So besteht dann garantiert nicht die Gefahr, dass man doch irgendwie die Beine wieder zusammenbekommt.

Voller Erwartungen liege ich also da. Mein Blick schweift von Valentina zu dem bereitgelegtem Spielzeug: Augenbinde, Federn, Wartenbergrad, Peitsche, Magic Wand – alles da.

Sie reibt sich die Hände und greift zur Augenbinde. Zeit zu spielen …

Fazit – Einfach und komfortabel ans Bett fesseln

Bettfesseln sind dazu da, jemanden schnell und unkompliziert auf dem Bett zu fixieren, ohne erst irgendwelchen langwierigen Fesselungen vornehmen zu müssen. Auch funktionieren sie unabhängig von der Beschaffenheit des Bettes. Alles was es braucht ist eine Matratze, unter welche die Gurte gelegt werden können.

 

Um so größer die Matratze, um so besser

Allerdings möchte ich einschränken, dass die Fesseln wahrscheinlich erst ab einer Matratzenbreite von 120 cm oder 140 cm wirklich Sinn machen und auch die Effektivität der Fesselung von der Größe der gefesselten Person abhängt. Wenn sie ausstreckt, Arme und Beine spreizt und diese dann weit über die Matratze hinausragen, dann ist es wahrscheinlich, dass doch eine gewisse Bewegungsfreiheit erhalten bleibt.

Das Under the Bed Restraint Set vom BDSMStore erfüllt seinen Zweck voll und ganz und wir sind rundum zufrieden mit diesem Produkt. Ich konnte Valentina in Rekordzeit auf das Bett schnallen, ohne dass ich dafür irgendwelche Bondagekenntnisse benötigt hätte. Wichtig ist dabei nur, dass man im Vorfeld schon alles vorbereitet – sprich die Länge der Gurte ordentlich einstellt und auch die Manschette mit dem Karabinern an den Ösen befestigt.

Von der Qualität her ist das Bettfessel Set auch vollkommen in Ordnung. Sicher, es wäre noch etwas edler gewesen, wenn die Manschetten nicht nur aus Kunstleder und Schaumstoff bestanden hätten, aber dafür muss man eben auch ein Stück tiefer in die Tasche greifen. Es war alles tip top verarbeitet und wir konnten keine Mängel feststellen. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis passt also alles.

Für alle, die über Handschellen und Seidenschal hinaus eine Möglichkeit für eine Bettfesselung suchen, sich aber nicht gleich mit Shibari & Bondage beschäftigen wollen, kann ich die Bettfesseln nur wärmstens empfehlen.

Erwerben könnt ihr das Set im BDSMStore.


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Autorenprofil

Sascha

Sascha ist für das Redaktionelle bei Erosa zuständig. Vater zweier Kinder, verheiratet in einer offenen Ehe, geboren, aufgewachsen und wohnend in Dresden. Er hat schon immer ein brennedes Interesse an allem, was mit Erotik, Sexualität und Beziehung zu tun hat. Sein besonderes Steckenpferd sind Sextoys.
Er arbeitet freiberuflich als Texter. Sein Angebot findest du hier auf Erosa unter „Wir“.

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